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Zur Einleitungen in die Dorfchronik von Glumpenau sei zunächst noch ein kurzer Auszug aus der geschichtlichen Entwicklung Schlesiens angeführt.



Etwa um das Jahr 1000 vor Christi war das indogermanische Bauernvolk der Illyrer nach Schlesien gekommen, dann ums Jahr 500 die ersten Germanen, die Bastarmer?, folgten. Dieser Stamm musste den ostgermanischen Wandalen und den nordgermanischen Silingern weichen, die um 100 vor Christi bis nach Oberschlesien vordrangen. Diesen Silingern verdankt Schlesien seinen Namen. Mit den Wandalen saßen sie 500 Jahre im Lande.
Erst um die Zeit der Völkerwanderung im 5.Jahrhundert nach Christi, drangen langsam aber stetig von Osten verdrängt, Slawen in Schlesien ein. Sie nahmen nicht nur germanische Art, sondern auch vielfach die alten germanischen Landschaftsbezeichnungen auf. Unter deutscher Lehnshoheit lebten sie Jahrhunderte hindurch ohne staatlichen Zusammenschluss und nur in kleinen Stammesverbänden. Damals ... ... das Land, ehe 990 der Begründer Polens, dago-Miseko, ein treuer Vasall des Sachsenkaisers Otto d. Gr Schlesien eroberte.

 
Dem 973 gestifteten Bistum Prag unterstand Schlesien bis es im Jahre 1000 einen eigenen Bischof erhielt.
Als Teil des polnischen Vasallenstaates begann Schlesien damals schon in der deutschen Reichsgeschichte eine beachtliche Rolle zu spielen. Niemals mehr ist in der Folge die Verbindung zum Reich unterbrochen worden. Im Jahre 1000 kann Otto III. (983-1002) auf seinem Zuge nach Gnesen durchs Land und ernannte „Freund und Bundesgenossen des römischen Reiches“ und zum Patrizius ( sooporator imperii) also zum Stellvertreter des Kaisers in Polen.
Im Jahre 1163 wurde Schleien von Polen abgetrennt und kam unter seiner geistlichen Seitenlinie in den deutschen Lehnsverband.
Nachdem Boleslaus der Lange (1163-1201) seine besondere Vorliebe für das deutsche Wesen durch seine Heirat mit Prinzessin  Adelheit von Sülzbach bekundet hatte, bat sein Sohn Herzog Heinrich I. von Schlesien, die Rathsschöffen von Halle um Ihre Satzungen, die dann weit über Schlesien hinaus Geltung erhielten. Auch dieser, Herzog Heinrich I., wählte im Jahre 1186 vom gräflichen Schlosse Andechs am Ammersee seine Gemahlin Hedwig zur künftigen Landesfürstin nach Schlesien. Damals zogen tausende deutsche Männer und Frauen aller Siedler nach dem Osten, gerufen durch Hedwig und deren Gemahl, den Piastenherzog Heinrich I.
Aus dem Frankenland, vom Main und Rhein, aus Thüringen und Hessen kamen die meisten. Sie rodeten Wälder und legten Städte und Dörfer, Kirchen und Klöster an, denn das Land war damals schwach besiedelt.
Schlesien stand vor dem Aufblühen, als sich der Tatarensturm seinen Grenzen näherte, daselbst ein drang  das Land verwüstete. Im April 1241 kann dieser Ansturm in der Schlacht bei Wahlstatt zum Stehen. Herzog Heinrich II., der Sohn Hedwigs, der sich mit seinen Rittern, Bürgern und Bauern zum Kampfe gestellt hatte, war gefallen und so endete der Ausgang mit einer Niederlage der Christen über die heidnischen Heere des Ostens.
Nach Abzug der Tataren schien das große Kolonisationswerk als vernichtet, jedoch mit Fleiß und Ausdauer gingen die Siedler und Bauern wieder an den Aufbau des Landes. Jahre 1243 starb die Landesfürstin Hedwig, die allen, ob Deutsche oder Polen zur wahren Landesmutter geworden war. Sie war nach dem Tode ihres Gemahles in das von ihr in Trebnitz gegründete Kloster eingetreten. Durch Pabst Klemens IV. wurde sie im Jahre 1267 heilig gesprochen und zu ihrem Grabe in Trebnitz pilgerten bis in die Neuzeit unzählige Menschen. Und so wurde St. Hedwig zur Landespatronin von Schlesien erwählt.
 
Der Enkel,  Herzog Heinrich II. wurde alsdann zum größten Förderer der deutschen Sache. Die von ihm ins land gerufenen Siedler wurden die treibenden Kräfte der Entwicklung und gaben Schlesien das eigentliche deutsche Gesicht. Das war die Zeit, wo viele deutsche Städte und Dörfer neu entstanden und bestehende noch deutschem Recht ausgesetzt wurden; Markte wie Ratibor und Oberglogau nur deutsche Bürger hatten und in deren Dokumente nur von den“ Theutonici Slesenses“ den deutschen Schlesiern,  ist.
Infolge des politischen Zerrissenheit Polens war aber Schlesien unter seinen eingedeutschten Piastenherzögen schon eist dem Jahre 1163 eigene Wege gegangen, die schließlich zu einem eindrucksvollen
 
Verzicht Polens auf die Zugehörigkeit Schlesiens führten. Im Vertrage von Trenschin vom 24.09.1335 verzichtete Kasimir der Große (133-1370) endgültig und für alle Zeiten auf Schlesien, und zwar in seinem gesamten Raum in den Herzogtümern Breslau, Glogau, Liegnitz, Lagan, Crossen, Oels, Steinau, Oppeln, Falkenberg, Groß Strehlitz, Cosel, Beuthen, Ratibor- und Plock, Auschwitz und Teschen. Dieser für das Geschick Schlesiens entscheidende Vertrag konnte durch nachträglich Einwanderungen nicht mehr beinträchtigt werden. Er wurde 1339 feierlich wiederholt, und „zur Aufrechterhaltung des Friedens und der Ordnung von Kasimier“ unter Berufung des hl. Evangeliums beschworen wurde, das sein Verzicht auf Schlesien durch nicht, durch keinerlei Verträge, Vereinbarungen, Festsetzungen, Privilegien, nicht einmal durch päpstliche oder kaiserlicher oder sonstige Urkunden irgendwie entkräftet werden solle“ Sein Nachfolger und Neffe Ludwig der Große von Ungarn befahl diese Bestätigung der Verzichtsurkunde zum dritte Male im Jahre 1372.
Das durch Herzog Heinrich I. sowie St. Hedwig, den anderen deutschen Fürsten, Bischöfen und Klöstern kolonisierte schlesische Land warf bereits von dem Verzicht Kasimirs in den Jahren 1327/29 unter Böhmen gekommen und ging mit demselben im Jahre 1526 an Habsburg über
 
Nach den drei schlesischen Kriegen 1741-1763 zwischen Friedrich II. und Maria Theresia kann durch den Hubertusburger Frieden der größte Teil Schlesiens an Preußen. Als eine preußische Provinz mit drei Regierungsbezirken und zwar Ober-, Mittel- und Niederschlesien, ging es später in das deutsche Kaiserreich über.
Durch den unglücklichen Ausgang des I. Weltkrieges wurde im Versailler Friedensvertrage ein Teil Oberschlesiens, das Hultschiner? Ländchen, der neuentstandenen Tschecho-Slowakei zugesprochen und ferner trotz des überwiegenden Volksabstimmungssieges für Deutschland ein Teil des oberschlesischen Industriegebietes an Polen einverleibt. Die damalige Wehrlosigkeit Deutschlands nach dem Kriege nutzten polnische ?banden aus, dringen von Polen in Oberschlesien bis zur Oder vor und entzündeten drei Aufstände. Am 21. Mai 1921 wurden sie endgültig durch den Oberschlesischen Selbstschutz sowie anderen deutschen Freikorps-Verbänden in der Erstürmung des Annaberges, Oberschlesiens heiligen Berge, aus dem Lande vertrieben. An diesem Sturm hatten alle deutschen Stämme, vornehmlich Arbeiter und Studenten teilgenommen.
Aus Schlesien entstanden nun die beiden Provinzen Ober- und Niederschlesien.
Als im Jahre 1939 der zweite Weltkrieg ausbrach, war Schlesien das Aufmarschgebiet der deutschen Armeen gegen Osten und nachdem die deutsche Ostfront zurück gedrängt worden war, begann die große Tragödie wie genau vor 700 Jahren, das ganze Land musste wegen der Kampfhandlungen und vor der Gefahr der russischen Armeen geräumt werden und das schlesische 7 Millionenvolk befand sich in wirren Durcheinander im Treck auf den Landstraßen. Nach dem Waffenstillstand im Mai 1945 kehrte es wieder in das verwüstete Land zurück. auf der Potsdamer Konferenz in August 1945 wurde Schlesien unter polnische Verwaltung gestellt und letztere begann anschließend mit der Vertreibung der deutschen Bewohner.
Im ganzen deutschen Lande leben heute die Schlesier? zerstreut, warten sehsüchtig auf den Tag der Rückkehr in ihre alte Heimat und bitten die Landespatronin Heilige Hedwig, führe uns heim.