Im Dorfe standen zwei Gasthäuser und an der Chausee Neisse-Ottmachau ein drittes Wirtshaus. Letzteres war durch den Bau der Straße entstanden und eine in die Treppe eingestemmte Jahreszahl besagte, dass es etwa in den 1830er Jahren erbaut worden war. Es führte die Bezeichnung „Drei Kronen“ und war eine beliebte Einkehr- und Raststätte für die Fuhrleute in früheren Jahren. Mit dem zunehmenden Autoverkehr verlor es jedoch an Bedeutung und unter den schattigen Linden saßen dann nur noch einzelne Sonntagsspaziergänger. Im Glumpenauer Volksmunde führte es wegen seiner freien Aussicht auch die Bezeichnung: „Die Gucke“. Der letzte Besitzer war Theodor Riege.
Das älteste Gasthaus des Dorfes aber war der KRETSCHAM und er ist bereits 1387 urkundlich erwähnt. Wie weit er mit den im Liber fundationis A II (1310) erwähnten beiden Schänken im Zusammenhange steht, lässt sich nicht erklären. Bis nach der Jahrhundertwende führte er in Behördenschriftstücken, welche eine Versammlung oder dergleichen anberaumten die Bezeichnung „Gerichtskretscham“. In demselben wurden damals auch alle Amthandlungen, Gemeindesitzungen, Steuererhebungen und Kinderschutzimpfungen getätigt. Wie aus einem, einer alten vergilbten Familienurkunde beigedruckten, Siegel ersichtlich war, gab es früher auch ein Orts- oder Dorfgericht. Dieses mochte wohl einem heutigen
Schiedsamte ähnlich sein. Besitzer des Gerichtskretscham war früher eine Gastwirtsfamilie Josef Wahner und es ging durch Kauf an Familie Jüttner über.
Das zweite Gasthaus im Dorfe war ehemals aus dem Bauernhof Lindner etwa in den 1890er Jahren entstanden. Es führte früher die Bezeichnung Rastauration, gehörte einem Albert Kunze, dann dm Gastwirt Franz Heinze und zuletzt einem Karl Brehm. Außer dem kleinen Schankraum hatte es einen Vereins-Billiard- und Gesellschaftsraum und einen geräumigen Tanzsaal im oberen Stockwerk mit eingebauter Bühne für Theaterzwecke, sowie Übernachtungsmöglichkeit.
(Foto Tanzsaal mit Bühne) In diesem Lokal war auch eine Posthilfsstelle eingerichtet.
Die im Liber fundationis erwähnte Mühle existierte schon lange nicht mehr und es wurde auch im Dorfe davon nicht mehr gesprochen wann und wo eine solche gestanden hat. Vielleicht war der Dorfteich im Niederdorfe der sogenannte Stadtlüscheteich? einstens der Mühlteich, denn dieser hatte einen Zu- und Abflussgraben.
Lange Jahre um 1900 wurde das Dorf durch die Klein-Briesener Mühle Klapper versorgt später fuhren die Dorfbewohner ihr Getreide nach Neisse, Stephansdorf oder Neumühl.
Etwa in den 1880er Jahren hatten die Grießmannsdorf Fabriken auf einem ehemaligen Guthsgrundstück in der Nähe des Grundes oder auch bei den Kiefern genannt, ein Wasserhebewerk mit Brunnen angelegt. Das Wasser wurde durch das Pumpenwerk in einer Rohrleitung durch die Ackerfeldmark, etwa entlang dem sog. Gärtner Wege nach Gießmannsdorf gedrückt. Nach 1900 ist das Werk langsam stillgelegt worden und der etwa 30 m hohe vierkantige Schornstein wurde nach dem ersten Weltkriege umgelegt. Das Pumpen- und Wohnhaus sowie die Brunnenanlage verfielen dem Zahn der Zeit.____________________________________________________________________

(Zeichnung Wasserhebewerk)
Die Gemeinde Glumpenau gehörte politisch zum Kreise Neisse und zum Amtsbezirk in Friedensthal – Gießmannsdorf. Daselbst war auch das zuständige Standesamt und früher erfolgte auch die Postzustellung von dort. Die im Gerichtskretscham eingerichtete Posthilfsstelle erhielt im Jahre 1906 eine öffentliche Fernsprechstelle. Beide wurden jedoch später in das Gasthaus Heinze verlegt und ebenso erfolgte auch die Postzustellung von Neisse. Das zuständige Amtsgericht „Grundbuch- und Katasteramt war schon von jeher Neisse und die Dorfbewohner setzten ihre landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf dem Wochenmarkte daselbst ab.
Das Oberhaupt der Gemeinde wurde früher mit Dorfschule bezeichnet, später nannte man es Orths- oder Gemeindevorsteher. Nach 1933 kam allgemein die Bezeichnung Bürgermeister auf. Der letzte, welcher die Geschicke der Gemeinde durch die schweren Kriegsjahre und bis zum Zusammenbruche 1945 leitete war der Bauergutsbesitzer Franz Rinke. (1927-1945.)
Glumpenau zählte noch 1900 wie im heimatkundlichen Unterricht der Schule gelehrt wurde um 700 Seelen.
Außer den Bauern und Landwirten waren noch eine Anzahl Handwerker und Arbeiter im Dorfe die ihren Broterwerb in Neisse oder in Gießmannsdorf hatten.
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Die Gemarkung Glumpenau, von Osten nach Westen gemessen hatte eine Länge von 3000 m und von Süden nach Norden etwa 2700 m und grenzte östlich gegen Heidersdorf und Stadt Neisse, südlich bildet der Neißefluß die Grenze mit den Gemarkungen Grunau und Klein Briesen, im Westen gegen Woitz (später in Eichenau umbenannt) sowie Tschauschwitz (Hochdorf). Im Norden grenzt sie an die Gemarkungen Grissmanndorf und Schilde. Bis auf wenige Ausnahmen bildeten Wege und der Neißefluß die Grenze. Über der Neiße ist noch ein kleiner Gemeindebesitz, welcher durch die Neißefurt zugänglich war, gelegen. Die Gesamtgröße beträgt etwa 717 ha oder rd. 2868 Morgen.
Das Neißetal trennte die Gemarkung durch das hohe Ufer in eine Ackerfeldmark und in eine mit Ackerländereien untermischte Wiesenfeldmark. Im Laufe von Jahrzehnten waren innerhalb der Gemarkung die verschiedensten Abbauten entstanden, so die Häuslerstellen in der alten Neiße, das Zollhaus, die Bahnhof und der Häusler- bzw. Gärtnerstellen „Abbau Kolonie Kohlsdorf“. Nach 1933 entstanden am Wege nach Kohlsdorf und zwar an dem als Oedland bezeichneten Abhang weitere Einzel- bzw. Wochenendhäuser.
Von der nordöstlichen zur westlichen Grenze wurde die Feldmark durch die fast gradlinig verlaufende Chaussee Neisse-Ottmachau durchschnitten. Sie ist etwa in den 1830er Jahren gebaut worden. Ob dieselbe schon als Weg nachOttmachau an der gleichen Stelle bestanden hat, kann nicht mehr festgestellt werden. Im Plan von der Belagerung 1807 (Seite 23) ist bereits ein Weg vorhanden, dagegen zeigte die alte Flurkarte der Stadt Ottmachau nicht die heutige gradlinige Straße und die Grundstücke waren darauf durchschnitten worden als man die Straße gebaut hat.
Durch den Straßenbau entstand das Zollhaus. Wie noch in Erinnerung mussten früher die Straßenbenutzer eine Gebühr entrichten. Die Straße war durch einen Schlagbaum ... und durch eine kleine Fensteröffnung kassierte der Zollpächter mittels einer Kelle den Ertrag. Die Zollstelle wurde später nach Woitz verlegt und bestand noch etwa bis 1914.
Das Gasthaus „Drei Kronen“ war zur gleichen Zeit wie das Zollhaus entstanden und so bezeichnete man dann später als der Zoll verlegt worden war dieses als „Abbau Alter Zoll“ in manchen Karten stand auch die Bezeichnung „Abbau Chausseehäuser“ denn es hatten sich später noch einzelne Häuser an der Straße angesiedelt. Zollhaus und Gasthaus betrieben eine kleine Landwirtschaft, erstere gehörte einem Landwirt Alois Leder und wurde später von Alois Wahner übernommen. Wegen seiner Einzellage an der Straße wurden die beiden Gehöfte im zweiten Weltkriege durch die nahe Front vor Neisse schwer beschädigt und stehen heute als Ruinen dar. Die Straße gehörte dem Kreisverband Neisse – Grottkau,
wurde Provinzialstraße und dann Reichsstraße 115. Ursprünglich wohl aus strategischen Gründen gebaut, konnte die Geschichte nichts von ihr berichten. Auf ihr marschierten durch unsere Feldmark die Truppen der III. Armee des deutschen Kronprinzen im Jahr 1866 gegen Österreich und in Friedenszeiten zogen die Pilger nach Wartha oder nach Rochus. Erntewagen trug sie und die Bauernwagen zum Neisser Wochen- und Pferdemarkt. Im letzten Kriege rollten Geschütze und Panzer und Lastwagen auf ihr dahin, aber noch viel mehr Leid und Elend kam auf ihr in den Januartagen des Jahres 1945 mit den vielen Flüchtlingstrecks daher gezogen und im Sommer wanderten darauf die deutschen Soldaten in die bittere russische Gefangenschaft.
In den 1870 er Jahren war der Bau der Eisenbahnstrecke Kamonz – Neisse erfolgt und diese durchschnitt in der nordwestlichen Ecke unsere Feldmark. Wegen der günstigen Linienführung zum Dorfe Gießmannsdorf wurde der rd. 800 m lange Bahnhof in unsere Feldmark gelegt und erhielt die Stationsbezeichnis: „Friedensthal - Gießmannsdorf“. Die Bezeichnung war deswegen gewählt worden, weil Gießmannsdorf durch seine Fabriken, Brauerei, Brennerei u.s.w. und auch durch seinen größeren Gutsherrschaftbesitz in Verbindung mit dem Namen Friedensthal weit bekannt war.
Außer den auf bahneigenen Gelände stehenden Beamtenhäusern entstanden alsdann noch einzelne Wohnhäuser, welche trotz politischer Abtrennungsversuche beim Dorfe Glumpenau verblieben.
In den 1830 er Jahren hatte eine Separation der Ackerfeldmark stattgefunden und alle Grundstücke liegen seit dieser Zeit in nordsüdlicher Richtung.
Wie aus der kleinen Gemarkungskarte ersichtlich ist, hat der Neißefluß heute einen geschwungenen durchgehenden Lauf und man erkennt darauf auch noch die alten Krümmungen ganz deutlich. Das Hochwasser von 1883 war wohl mit der Anlaß gewesen, dass die Neiße in den folgenden Jahren durch die Provinzial Flussbauverwaltung reguliert und an den notwendigen Stellen Neißedurchstiche vorgenommen wurden.
Im Anschluß daran erfolgte von 1895 ab eine Separation bzw. eine Um- und Zusammenlegung der Grundstücke in der Wiesenfeldmark. Diese bestand bis dahin aus vielen kleinen und verzettelt liegenden Grundstücksparzellen, welche auch eine Bewirtschaftung sehr erschwerten. Durch diese Umlagerung war auch ein gutes gradliniges Wegenetz un ein Grabenentwässerungssystem geschaffen worden.
Die Furt durch die Neiße südwestlich des Propsthofes ermöglichte eine Zufahrt zu den wenigen Wiesengrundstücken, die nach der Flussregulierung noch jenseits lagen.
Vor 1900 bestand noch südlich des Abbaues „Alte Neisse“ eine Kahnfähre, welche einem Ortszimmermann Ortmann gehörte. Nach der Flussregulierung war diese eingegangen, nur die Fischer, Gebrüder Zigan aus Glumpenau betrieben danach eine Gelegenheitsüber-
fahrt in der Gegend der Bielenmündung? über die Neiße als Verbindung zwischen Glumpenau – Kupferhammer oder Neumühl.
In der Wiesenfeldmark bestand auch noch nach der Umlagerung bei der Neißefurt unter der Flurbezeichnung „Gillerwinkel“ eine zum Rittergute Bielau gehörige Enklave.
Mit Beginn der 1880 er Jahre wurde auch [die] untere Gemarkung durch die preußische Landesaufnahme topographisch aufgenommen und auf dem Harkolsberge? hinter dem alten Zoll ein trigonometrischer Punkt IV. Ordnung mit der Höhe 238,6 m über Normal Null bestimmt. Die Höhenbestimmungsschleife durch Schlesien hinterließ an der Chaussee vor den drei Kronen und vor dem tiefen Grunde je einen Höhenpunkt.
Das wellige, kuppierte Hügelland der Ackerfeldmark hat eine Höhenlage von 220-225m; wogegen sich die Wiesenfeldmark als flaches Gelände auf rd. 190 m Höhe über dem Nullpunkt bewegt.
Die Bodenbeschaffenheit kann man zu den leichten mittleren Böden zählen.
Als Flurbezeichnungen, die zum größten Teil auch in der kleinen Gemarkungskarte enthalten sind, waren
in der Gemarkung bekannt: der Heideberg, der Hackelsberg?, am Alpberge. Im welligen Gelände bezeichenete man ein Oberfeld, Mittelfeld, Vorderfeld, hinter der bahn, Jedeck Acker. Ferner bekannte Flurnamen: der tiefe Grund, der Friemel? Grund, der Grund, der Rinderglom?, die Gärtnerstücke, bei den Kiefern, Im Fuchswinkel, Am gelben Ufer, der Platz, die alte Neiße, Im Bergarten, die Hofeeichen, das Gebrüche, die Niederwiesen, das Rodeland, die langen Eichen, der Bauernsand, Am Sandklang, hinter den Schanzen, der Gillerwinkel und: Über der Neiße.
Die Feldmark war früher vor dem ersten Weltkriege wegen ihrem welligen, kuppierten Gelände eines der beliebtesten Übungsgelände für die kleinen Felddienstübungen des Neißer Infanterie-Regiments 23 und der Neißefluß bot dazu günstige Stellen zu einem Übungsbrückenschlag für die Pioniere.
Das am Wegerande nach Kohlsdorf „unter den Bergen“ kurz hinter dem Alpberge einsam stehende und nur mit einem Datum versehenen Granitkreuzmag wohl manchem Fußgänger nicht mehr aufgefallen sein. Es erinnerte an einen waghalsigen Ritt eines Neißers Offiziers vom hohen Ufer herab und der an dieser Stelle tödlich verunglückte.
